Vereinsball

1919

Wallberger Ball am 1. März 1919
Lang schon immer war die Rede davon und endlich sollte es auch stattfinden und zwar am 27. Februar! Doch abermals sollte dem tanzfreudigen Völklein eine kleine Enttäuschung bereitet sein; der Ball mußte infolge Landestrauer für den ermordeten Ministerpräsidenten Kurt Eisner auf 1. März verschoben werden und diesmal galt es auch.
Schon abends 1/2 8 Uhr war der "Überführersaal" dicht besetzt und als endlich um 8 Uhr die ersten Walzertöne erklangen, wußte man eigentlich nicht recht ob man es mit tanzenden Paaren oder einem Gewerkl zutun hatte; doch alles regelte sich mit der Zeit, die Tanznummern taten gute Dienste, obwohl auch leider viele der Tänzer das persönliche Interresse dem allgemeinen vorzogen und bei jedem Tanz dabei sein mußten. Doch für heuer soll das verziehen sein, haben doch so viele 4 Jahre ihr Tanzbein in den Commisstiefel stecken müssen und eingeholt sollte doch auch vom jungen Leben etwas werden.
In der Pause überraschte das Zitherterzett, Reiter-Holl-Kiem mit einigen guten und schönen Sachen, besonders hervor gehoben seien auch noch die lustigen G´sangl vom Kiem.
Die Musikkapelle "Tegernsee" leistete trotz großer Lücken wieder vorzügliches und spielte geradezu fleißig, dazu waren noch verschiedene Plattlergruppen tadellos intakt, fast ein Wunder nach 4 jährigem Stillstehen ete.
Erwähnt sei noch eine Ansprache unseres Mitgliedes Hans Klein jr. und Herrn Vorstand Vogl zur Errichtung einer Gedenktafel auf dem "Hafnerstein" zu Ehren unserer Gefallenen Mitglieder; eine Sammlung gab auch einen namhaften Betrag.
Und so verging der beliebte "Wallberger-Ball" schnell, eine Frühglocke warnte mich zum Aufbruch und doch war ich nicht der Letzte, sondern einer der ersten, doch darüber nun wollen wir schweigen, denn es sollte doch erst 12 Uhr sein, Dank dir hl. Hermantus. Und so verlief der Ball schön und feierlich und löste dieser auch in manchen Herzen ein dankbares Gefühl für Verein und seine Führer aus.

1920

Wallberger Ball 1920
Eine sinnreiche Ballkarte lud unsere Mitglieder schon früh genug zu ihrem Lieblingsfeste: dem Wallbergertanz! Und sie kamen alle fast, so daß der Saal sich als zu klein erwies, aber Wallberger sind ja nicht empfindlich wenns auch auf die Hühneraugen Schuhplattln. Unsere treuen Vitruven waren wieder da, und halfen unsern Tanz verschönern. Lustig und fidel gings her, wie gewohnt, ein prächtiger Anblick boten unsere Burschen und madeln in ihrer herrlichen Tracht. Als Einlage hatte unsere alte "Rosl" wieder das alte Quintett Rosl Floßmann, ? Stanzl Reichenbach, Gustl Weilhammer zusammengebracht und echte alte Lieder erfreuten uns; leider sehr selten wird sich das wiederholen! Und so gings dann fast bis morgens früh, die Sonne belachte bereits einige der dakligen Wallberger beim Heimweg.


1921

Wallberger-Tanz am 5. Februar 1921
versammelten sich die Wallberger zu ihrem alljährlichen beliebten Wallbergertanz. Einige Tage vorher noch schien die von allen Wallbergern ersehnte Festlichkeit durch ein Faschingsverbot der Regierung ins Wasser zu fallen, jedoch unser tapferer I. Vorstand Vogl ließ sich nicht so schnell einschüchtern und ordnete trotzdem den Ball auf seine Verantwortung an. Dabei führte ihn die Ansicht, daß der altherkömmliche Tanz im allgemeinen nur als sogen. Trachtentanz mit echten Nationaltänzen abgehalten wird, die nicht mit den Trachten- oder besser gesagt Maskenbällen der Stadt zu vergleichen sind. Daß er damit nur zu recht hatte, bewies sich auch bald, ein Bild von echten reinen Trachten, die heute mit großen Ausgaben verbunden sind, zeigten sich im Schuhplattler zur Freude aller Besucher. Als besonderen Punkt am Abend ist der Besuch unseres alten tapferen Hausdichters Herrn Hugo Brandl zu nennen, der sich mit seinem Kollegen Herrn Eilnhauer ( Mühlthalers Buchdruckerei), den freudigen Mienen nach zu rechnen sehr gut an dem Leben und Treiben unterhielt. Während der Pause ernannte I. Vorstand Vogl, unseren hausdichter zum Ehrenmitglied, für die Herr Brandl mit Worten vom Herzen dankte. Ein Zinnkrügl mit dem Wallbergerzeichen und einer Erinnerungsschrift folgte dem Diplom auf das hin Herr Brandl mit angeheftem Versl dankte, das durch seine originelle Art sicher jeden Leser erfreuen wird.
Eine aufgeschlagene "Wurznhütte" versorgte die Besucher mit Enziangeist, der sicher auch an der recht fröhlichen Stimmung seinen Teil beitrug. Alles ging gut, bis am frühen Morgen, nur unser lieber Vorstand Vogl, ging in später Stunde gesenkten Hauptes den Heimweg, waren es die versprochnen "fünf Tage Kittchen" oder der Enzian, ich weiß nicht, der im etwas angetan hatte - letzten Endes ist er ja auch noch ein krafttrotzender Witwer. Aber alles im Allen schön wars und lustig, das sagten mir hernach noch verschiedene Wallberger.


1922

Wallberger-Tanz
Am 25. Februar abends 8 Uhr versammelten sich die Wallberger ziemlich zahlreich zu ihrem alljährlich Wallberger Tanz im Gasthof zur Überfahrt. Bald kam Stimmung und Gemütlichkeit in die Gesellschaft die bis zum frühen Morgen anhielt. In der Pause brachte uns die "Abwinkler Zech" durch die Aufführung des Bandltanzes eine große Überraschung, die wieder auflebende Freude an diesen alten Tänzen erfreute sicher jedes rechte Wallbergergemüt. Hierauf ernannte im Namen des Vereins II. Vorsitzender L. Trisberger, den früheren langjährigen Vorstand Simon Vogl, für seine großen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied. Ein sogen. Krapplsack brachte Abwechslung und obwohl das einmalige "krappeln" 10 Märklein kostete scheute sich die Mehrzahl der Wallberger und anwesenden Gäste nicht, den Verein zu unterstützen. Es ging dafür auch die stattliche Summe von 810 Mark ein, die einen Reinertrag von 410 Mark brachte. Die Musik besorgte auch heuer wieder Kapelle Guggn Sepp.

1923

Dieses Jahr fand kein Ball statt, wegen finanzieller Schwierigkeiten und des bestehenden Tanzverbotes.

1924

Wallbergerball
Am Samstag den 1. März fand nach einjähriger Unterbrechung der Ball wieder statt. Welche Zugkraft das altherkömmliche Fest besitzt, bewies der gute Besuch, auch teilweise von auswärts, wenn sich auch die Wallberger auf die Änderung der Anfangszeit von 8 auf 7 Uhr nicht einstellten. Die gute und sehr fleißige, einheimische Musik (Kapelle Maier) war in so guter Verfassung und so kehrte auch sofort nach Beginn der Musik die gewohnte und gewünschte Gemütlichkeit ein, die jeden Teilnehmer in eine zwangslose, wohlig Zufriedenheit zu versetzen vermag.
Dazu das schöne Bild unserer schmucken Tracht, wem würde dabei nicht das herrliche Gefühl der Heimatliebe aufkommen. Der Bruderverein D´Hirschbergler stellte sich sehr zahlreich ein und bewies so neuerdings, das gute zusammenarbeiten der beiden, auf ein ziel gesetzten Vereine, möge diese Eintracht auch weiterhin beschützt werden durch starken Willen der beiden Vorstandschaften. Besonderen Dank vereint auch unser lb. Tanzmeister Herr Schwarz Karl; denn mit bewundernswerter Ausdauer übte er sein Amt zur Freude der Allgemeinheit aus und wußte mit freundlicher Miene auch manchen Starrkopf zu belehren, daß Ordnung auch im Tanz erstes Gebot ist.
Auch einige Almlieder konnte man aus den Reihen der Wallberger wieder hören und bei reichlichem Tanz und Schuhplattlern, verlief der Abend schnell und in vorzüglicher Stimmung, wozu auch die unvermutete Kraft des heurigen Bieres viel beitrug.

1925

Wallbergertanz
Der hübschen Einladung folgend, fanden sich die Wallberger und Wallbergerinnen in echter Tracht am Samstag den 21. Februar im Gasthof zur Überfahrt ein. Schnell füllte sich der Saal; von nah und fern waren die Mitglieder erschienen, der beste Beweis wie die Zugkraft dieser altherkömmlichen Veranstaltung. Es entwickelte sich auch bald ein lustiges Leben und unser Tanzmeister Herr Georg Hagn, sorgte anerkennungswert für Ordnung im Tanze, aber ärgern hot a si dabei scho a müaß´n da Hansirgä! Es nahm der Ball somit einen schönen Verlauf, und tanzt und g´flanklt is worn, bis in da Fruah, und für d´Wallberger a da Kurz´n, zur Abkühlung drauf hot´s an Hoamgeh no g´schnim a no dazua.

              

1926

Ball
Beim Schuahplatt´n, Schuahplattl´n / Gfallts ma so guat
Boi si s´Dirndl uman Buam / A so uma drah´n tuat.


Ein lustiger Tag sollte es wieder werden der Fastnachtssamstag für die Wallberger; jung und alt, Männlein und Weiblein fanden sich in großen Scharen im schön dekorierten Saale des Gasthof Überfahrt ein zur Unterhaltung und zum Tanz. Während der Musikpause erfreuten Volks- und Almgesänge, die Mitglieder des Vereins ganz ausgezeichnet zu Gehör brachten, die Festgäste. Ein gutgespielter Einakter "Die drei lustigen Brüder", in dem Kienast Maxl, Stoib Michl jun. und Vater Kienast, vergnügt wie ein Junger, mitwirkten, sorgten für den Humor.Nach einer ehrenden Ansprache des I. Vorstandes Herrn Simon Vogl erhielten 92 Mitglieder für 25 jährige und längere Mitgliedschaft Ehrendiplome, ferner wurden die Herren Baumgartner Ludwig, Buchberger Peter und Popp Joseph, Tegernsee, zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Hierauf dankte Herr Bürgermeister Bachmair im Namen der Jubilare für die Ehrung sowie auch den betagten Mitgliedern Herrn Thomas Reifenstuel sen. und Frau Leni Schwab, die trotz ihrer 81 Jahre in der Tracht zum Wallberger Ball erschienen waren, wobei letztere sogar noch ein Tänzchen wagte. Bei guter Musik und dank der stramm durchgeführten Tanzordnung, konnten auch die Tanzlustigen auf ihre Rechnung kommen. Gemütlich, fidel und lustig is g´wes´n und wia´s beim Boi von jeher der Brach, hätt´n einige s´Hoamgeh a boid vagess´n.


1927

Fastnachts-Tanz
Der Ball am Fastnachtssamstag im Saale des Gasthofs zur Überfahrt, der noch größtenteils die Dekoration vom Gärtnerball trug, erfreute sich eines guten Besuches, ein Zeichen, welcher Beleibtheit die Festlichkeiten der Wallberger sich allgemein erfreuen. Die alten lieben Freunde unseres Vereins, die Vitruven waren durch eine stattliche Abordnung vertreten. Alles in der schmucken einheimischen Tracht, schneidige Walzer und Schuhplattler eingedenk des Wahlspruches "Treu dem guten alten Brau", verliehen dem Ganzen ein frisches, frohes Bild. Gesangsvorträge einheimischer Lieder während der Musikpause, die ausgezeichnet gefielen, sowie der lustige, vorzüglich gespielte Einakter "Am Kashof", erhöhten noch weiter die schon vergnügte Stimmung. Hierauf dankte Herr Vorstand Schiffmann in einer kurzen Ansprache den Anwesenden für das gute Zusammenwirken im Verein und ersuchte in diesem Sinne um weitere Unterstützung und überreichte sodann nachstehenden Wallbergern für 25 jährige Mitgliedschaft eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde. Eberl Josef Abwinkl; Raig Franz Otterfing; Aigner Max Tegernsee; Engel Heinrich Wiesbadeb; Kapfhammer Franz Fall; Ostermayer Josef Dresden; Zuckermandl Oberach; Höß Max Eglkofen; Perger Georg Tegernsee; Rosenfeld Karl Nürnberg; Daucher Heinrich Tegernsee; Schweizer Hans Schwaighof; Goll Max Nürnberg; Maier Josef Sonnenmoos, Maier Florian Elmau; Boetger Hermine Frankfurt.
Dem Tanze wurde bei den schneidigen Klängen der Kapelle Maier unermüdlich gehuldigt, der Grundsatz "Nach Hause, nach Hause geh´n wir nicht, bis das der Tag anbricht", wurde auch in diesem Jahr getreulich befolgt.


1928

Vereins-Ball
"Treu dem guten alten Brauch", diesem schönen Wahlspruch wurden die Wallberger wieder gerecht, als sie sich am Faschingsdienstag den 18. Februar im Überfahrtsaale in einheimischer Tracht einfanden. Allerdings war der Besuch nicht so stark wie man es von vergangenen Jahren her gewohnt war; für die recht tanzlustigen aber desto besser, denn sie hatten mehr Schwung. Auch eine Abordnung des Corps Vitruvia war erschienen und selbst ein Wiener Wallberger besuchte unsern beliebten Ball, trotz der weiten Reise und der damit verbundenen Unkosten, ein Zeichen der treuen Anhänglichkeit, jenseits der weißblauen Grenzpfähle zu unserm Verein. Während der Pause begrüßte der I. Vorstand Herr Peter Schiffmann alle Wallberger aufs herzlichste, insbesondere die Vertreter der Brudervereine und verlieh sodann in warmen Worten die Ehrenurkunde für 25 jährige Mitgliedschaft nachstehenden Herren: Bartl Josef Kreuth; Kögl Josef; Köpf Alfons; Götschl Josef; Schwaiger Isidor; Eixenberger Peter; Nöckl Anton; Freislederer Sebastian; Maier Josef; Müllritter Heinrich; Riederer Karl; Georgi Arthur.
Einige komische Stücke, die unser liebes Mitglied Herr Kienast Maxl zum Vortrag brachte, wurde von den Anwesenden freudig begrüßt. Sodann wurde dem Tanze bei Wiederbeginn der Musik wieder eifrig gehuldigt, wobei auch zur Abwechslung der Steyrer und Bandltanz zur Aufführung gelangten. Fröhlich und ungezwungen verliefen die Stunden bis der werdende Tag zur Heimkehr mahnte.


1929

Wallbergerball
Am 9. Februar versammelten sich die mit der heuer wiederum schönen Ballkarte geladenen Gäste zum altherkömmlichen Wallbergerball, wo sich besonders die Tegernseer Bürgerschaft und Plattlerzeche sich nicht nehmen ließ, den Ball würdig zu vertreten. Hingegen die Rottach-Egerer Bürgerschaft nur einzeln vertreten waren, wie schon öfters in den letzten Jahren. Und nun zum Ball selbst wird sich eine größere Aufzeichnung erübrigen, denn er entwickelte sich unter der Ballmusik des Guggn Sepp in altharmonischer Weise, jedoch mit Ausnahme eines Einakters: ´s Wallberger Miedei welches anläßlich des 40. Vereinsballes zu Ehren seines Verfassers, des leider schon zu früh verstorbenen Ehren- und Gründungsmitglied Herr Quirin Kienast, und zur Freude der Ballbesucher aufgeführt wurde, ferner gut gewählte und schön vorgetragene Gedichte von Karl Stieler vorgetragen von Frl. Julie Reinhard und Herrn Georg Heiligmann, welche starken Beifall ernteten. Und mit lauter Abwechslungen verging die Zeit, was auch an der sich einschleichenden Kälte zu erkennen war. Nach fröhlichen Landlern und Walzern der Ball bei Tagesgrauen sein Ende nahm. Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

1930

Ball
Der Einladung durch die originelle Balleinladungskarten zufolge, einen Klarinettisten in der Tracht darstellend, besuchte eine respektable Anzahl Mitglieder, Alt und Jung den im Gasthof Seerose stattfindenden Wallbergerball am 1. März 1930. Unter den schneidigen Klängen der Kapelle Guggn Sepp. Die Anwesenden ließen gleich eine gute Stimmung aufkommen und so floß die Zeit rasch dahin. Die Pause füllte in freundlichster Weise Kiem Pauli mit einigen Liedln aus und eine Sennerin von Kreuth brachte den Stopselhut zum Vortrag die mit reichen Beifall aufgenommen wurden.
Der Ball nahm einen harmonischen Verlauf, nur die Tanzordnung dürfte etwas besser befolgt werden, auf Rücksicht darauf, daß jede Nummer zu seinem Recht kommt.

1931

Wallberger Ball
Samstag den 14. Februar abends 8 Uhr war dann der altherkömmliche Wallbergerball und zwar diesmal im Speisesaal des Gasthofes zur Post. Angesichts der schweren Zeit war der Besuch ein zufriedener, wenngleich auch die Einnahmen nicht ganz für die Musik reichten. Sind doch auch noch die Ballkarten mit denen wir auch heuer unsere Mitglieder geladen zu bezahlen und verschiedenes. Wenn es mit unserer Wirtschaft nicht schnell aufwährts geht, dann wird wohl das Beste sein, nächstes Jahr den Ball ausfallen zu lassen, dessen Antrag meine Wenigkeit heuer schon einbrachte. Einige Musiker dürften ihre wilde Leidenschaft mehr im Zaume halten, auch schätzen lernen im Altersunterschied schadet nicht.



1932

Am 30. Januar 1932 war im Gasthof Seerose eine Ausschußsitzung. Es wurde vom Ball Abstand genommen und dafür ein "Hoagarten" im Gasthof Lindl abgehalten.

1933

Vereins-BallSonntag den 25. Februar fand nach einjähriger Unterbrechung der altherkömmliche Ball der Wallberger im Gasthof Seerose wieder statt. Der gute Besuch beweist die Zugkraft die der Ball schon seit Jahrzehnten besitzt. Kapellmeister Guggn Sepp mit seinen Getreuen spielte uns wieder Ländler und Walzer alten Stils auf, und half damit bei die Stimmung zu heben. Während der Pause hatten uns die beiden Preissänger Treichl und Vägele, die auf Einladung gefolgt sind, ihre hübschen Lieder und Jodler vorgesungen. Auch Gebrüder Maier Unterwallberg gaben ihre humorvollen Lieder, wie der "Habersack" der "Schneider und Goas" und noch andere zum Besten, die ebenfalls von den Besuchern mit Beifall aufgenommen wurden. Lebhafte Stimmung zeigte sich wohl in der Schnapsbude, von ihren Erbauern genannt zur "Wolfsschlucht". Ging man durch diesen Maulwurfgang ähnlichen Bau hinein, so mußte man sich unwillkürlich sagen, sowas konnten nur Fachleute wie es Anton Kefer jun. und Cie. sind und in der Branche Erfahung haben, erbauen. Gar manch sonst solides und braves Mädchen hatte sich wohl in den fast dunklen Höhlen der Schlucht aus Furcht zu einem Bußl entschlossen, das der Empfänger eigentlich nur der oben genannten Firma zu verdanken hat.
So wurde unter fideler Musik getanzt und geplattelt bis in den frühen Morgenstunden. Gmiatli, fidel und lusti is gwesn und wias beim Boi von jeher der Brauch hätten einige s´Hoamgeh boi vagessen.

1938

Wallberger-Ball
Nach 5 jähriger Unterbrechung wurde am Samstag den 26. Februar der altherkömmliche und beliebte Wallberger-Ball wieder abgehalten. Die vielen Besucher die alle in unserer schönen Heimattracht erschienen waren boten in dem schön geschmückten Festraum ein herzliches frisches Bild. Die von Malermeister Weilhsammer von Schwaighof in geschmackvoller Weise gestellte Enzianhütte mit dem Wallberg im Hintergrund, auf Leinwand gemalen) paßte vorzüglich in den Rahmen. Nach einer flotten Einleitung der Kapelle Guggn Sepp begrüßte Vorstand Lenz Kandlinger mit dem deutschen Gruß die Anwesenden, die auch in größerer Zahl von Tegernsee gekommen waren, außerdem konnte er den Ehrenvorstand der Wallberger, Karl Reinhard, sowie Ortsgruppenleiter Bürgermeister Sieker und den Ortswart a. D. A. F. Frank begrüßen der dann dem Verein ein Diplom anläßlich der Kreisausscheidung überreichte. Ferner richtete er noch Worte an die Anwesenden und ersuchte sie an der Vätertrachten und Sitten festzuhalten, denn das sei auch ein Wunsch des Führers Adolf Hitler. Dann ging es auf zum Tanz und jeder Tanzlustige konnte wohl auf seine Rechnung kommen. Es wurden verschiedene Schuhplattler- sowie der Achter und Steyrer-Tanz aufgeführt. Die Stimmung wurde immer fiedeler je später es wurde und erst in den frühen Morgenstunden trennte man sich mit dem Bewußtsein einen schönen und lustigen Abend verbracht zu haben.